Biografie trifft Kunst: Foto-Ausstellung zeigt Portraitbilder

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Im Antlitz der Zeit – Gesichter als Spiegel der Biografie
Die Ausstellung wurde 2016 in Kassel und Dresden gezeigt

Die Foto-Ausstellung „Im Antlitz der Zeit – Gesichter als Spiegel der Biografie“ vereint 26 Porträtfotos von Frauen und Männern im Altersabstand von sieben Jahren. In der Biografiearbeit dient der Sieben-Jahre-Rhythmus als eine mögliche Orientierung für Entwicklungen und Herausforderungen im Lebensverlauf.
Menschen im Alter von 0 bis 84 Jahre zeigen sich uns Betrachtenden ungeschminkt und mit offenen und geschlossenen Augen. Wir dürfen schauen. Die Gesichter dieser Babys, Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in aufeinander folgenden Lebensabschnitten ermöglichen die ruhige Betrachtung des menschlichen Antlitzes. In der Begegnung mit ihnen begegnen wir unseren eigenen Entwicklungs-, Reife- und Abschiedsschritten.
Außer den großformatigen Fotos ist auch ein Video zu sehen, in dem die unterschiedlichen Gesichter eines nach dem anderen zur nächsten Altersstufe übergehen.


In einem Flyer werden die verschiedenen Lebensabschnitte mit den jeweiligen Lebensaufgaben beschrieben: Hier begegnen wir – je nach Altersphase – den Unschuldigen, den Suchenden, den Tragenden, den Gelassenen und den Weisen.

Wir Menschen sind rhythmische Wesen. Wir bewegen uns im Zeitlichen. Dies zeigt sich als Entwicklung und Alterung und bildet die Grundlage unserer Biografie. Diese stille Verwandlung geschieht ohne unser Zutun und unsere Einwilligung, in ihr werden wir vom Leben gestaltet und gezeichnet. Je nachdem, an welcher Stelle wir uns als Zeitwesen befinden, agieren und reagieren wir unterschiedlich auf Kontexte, Umwelten, Ereignisse. Unsere Handlungsmöglichkeiten und Grenzen sind verbunden mit der Altersphase, in der wir stehen.

Das Projekt „Im Antlitz der Zeit“ veranschaulicht die Entwicklungsphasen des menschlichen Lebens durch Porträtaufnahmen und Zitate. Es werden je 14 Porträtfotos von weiblichen und männlichen Personen gezeigt. Der Altersabstand orientiert sich am 7-Jahres-Rhythmus, der die sich wandelnden Lebensthemen kennzeichnet. Ein Entwicklungsbogen entsteht, der Menschen im Alter von 0 (5 Monate) bis 91 Jahren zeigt.

Die Personen sind ungeschminkt und mit geschlossenen Augen zu sehen. Die Fotos sind vor neutralem Hintergrund aufgenommen. Sie ermöglichen die ruhige Betrachtung des menschlichen Antlitzes und die Begegnung und Auseinandersetzung mit Entwicklungs-, Reife- und Abschiedsprozessen im Lebensverlauf.

Die Porträtreihe ist in Dreiergruppen untergliedert: 0-14 Jahre, 21-35 Jahre, 42-56 Jahre, 63-77 Jahre, 84-91 Jahre. Dadurch wird die Wahrnehmung der Betrachtenden geführt und der Lebensprozess differenziert sichtbar. Jede Dreier-Phase ist gekennzeichnet durch ein Hineingehen, ein Darinstehen und ein Heraustreten aus den entsprechenden Themen. In kurzen Texten zu jedem Foto wird das Thema der jeweiligen Lebensphase deutlich.
Es gibt zusätzlich ein leeres Bild für den Zeitraum vor der Zeugung und für den nach dem Tod. Diese Leerstellen verkörpern zugleich die Zeitlichkeit unserer Existenz auf dieser Erde und die spirituellen Fragen des Davor und Danach.

Ausstellungsort: Die Ausstellung war 2016 in Kassel (Galerie im Verwaltungsgerichtshof) und in Dresden (Evangelische Hochschule) zu sehen. Sie kann auch in anderen Orten gezeigt werden. Bei Interesse nehmen Sie bitte Kontakt auf unter
Konzeption: Herta Schindler, Jahrgang 1957
Fotografien: Joscha Bongard, Jahrgang 1994
Weitere Infos: www.hertaschindler.de

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