Weiterbildung zur FachpädagogIn für Psychotraumatologie

Die Weiterbildung Psychotraumatologie
(Start: 23./24. November 2017)

Die Fortbildung zur Fachpädagogin / zum Fachpädagogogen für Psychotraumatologie richtet sich an Fachkräfte, die im pädagogischen Alltag – in der Pflegefamilie, in der Jugendhilfe oder in Kita, Schule und Ausbildung – mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind.

Traumatisierte Kinder und Jugendliche zeigen Verhaltensweisen, die mit pädagogischem Alltagshandeln nicht zu beeinflussen sind. Die Kinder scheinen beispielsweise durch Erklärungen und Zureden nicht lernfähig. Sie wehren sich gegen neue Erfahrungen, ihre Bedürfnisse scheinen unstillbar. Für Erwachsene, die mit diesen Kindern leben und arbeiten, ergeben sich daraus Fragen wie: Was kann ich für das Kind, den Jugendlichen tun? Wie kann ich mich vor Verausgabung und Erschöpfung schützen? Die Fortbildung setzt bei diesen Fragestellungen an, indem sie das Verstehen unterstützt und Handlungsmöglichkeiten aufzeigt.

Ziel und Aufbau der Fortbildung:
Das Konzept der traumazentrierten Fachpädagogik dient speziell der Professionalisierung jener Berufsgruppen, die in pädagogischen Arbeitsfeldern tätig sind. Der Bedarf an konkreten und handlungsbezogenen Konzepten ist hier besonders groß. MitarbeiterInnen in pädagogischen Feldern im Beratungs-Therapie-Schnittstellenbereich werden tagtäglich vor vergleichbare Probleme gestellt wie ihre psychotherapeutisch approbierten ärztlichen und psychologischen FachkollegInnen. Das Erkennen (die Diagnose) traumabedingter Symptome kann schwierig sein. Die üblichen Vorgehensweisen im pädagogischen Alltag stoßen deshalb bei vielen Traumatisierten an ihre Grenzen.
Neben der Vermittlung von Grundkenntnissen der Psychotraumatologie wird in der Fortbildung der Schwerpunkt auf das Erkennen psychotraumatischer Symptome im Kindes-
und Jugendalter gelegt. Diese Kenntnisse werden als notwendige Grundlage für das Verständnis und daraus abzuleitende Interventionen im pädagogischen Alltag vermittelt.
Die beiden Grundkurse (Traumapädagogik 1 + 2) mit Frau Unfried werden als Bestandteil der Weiterbildung Psychotraumatologie anerkannt.
Das Curriculum Psychotraumatologie umfasst 104 Unterrichtseinheiten und wird in vier zweitägigen Seminaren durchgeführt, hinzu kommen zwei Einzeltage Supervision.

Kursleitung: Herta Schindler

Dozentinnen: Unfried für Webseite
Natascha Unfried (Foto), Dipl.-Med., Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin/Neuropädiatrie, Psychotherapeutin, Chefärztin des SPZ Chemnitz

Monika Dreiner, Dipl.-Psych., Psychoanalytikerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Zulassungsvoraussetzungen: Die Weiterbildung richtet sich an Fachpersonen, die in ihrem Arbeitsbereich mit psychisch traumatisierten Kindern und Jugendlichen konfrontiert sind: LehrerInnen, SchulpsychologInnen, ErzieherInnen, DiplompädagogInnen, SozialpädagogInnen oder HeilpädagogInnen oder vergleichbare Abschlüsse, sowie AbsolventInnen mit abgeschlossener Fachschulausbildung in erzieherischen und pflegerischen Berufen (ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, Pflegefachkräfte, HeilerziehungspflegerInnen).
Weiterhin ist eine 3-jährige Berufserfahrung in den o.g. Berufsfeldern notwendig.
Interessierte Pflegeeltern bitten wir, mit uns ein Informationsgespräch zu vereinbaren.
Personen mit anderen Berufsabschlüssen bitten wir ebenfalls bei uns nachzufragen.

Starttermin: 23./24. November 2017

Seminarort: Sickingenstraße 10b, 34117 Kassel

Kosten pro Modul: 240 Euro. Die Gesamtkosten betragen 1300 Euro (inklusive 100 Euro Verwaltungsgebühr), Ratenzahlung ist möglich. TeilnehmerInnen unserer systemischen Weiterbildungen erhalten 10 % Rabatt.

Veranstalter: Systemisches Institut Mitte SYIM – Herta Schindler und Brigitte Schellhorn

Infos: www.syim.de |Tel. 0561/9704841|

Download: Infoblatt Weiterbildung Psychotraumatologie 2017-2018

Anmeldung über Online-Formular

Inhaltlicher Aufbau der Weiterbildung

1. Modul | Pädagogische Haltung und „Pädagogik des Sicheren Ortes“

Pädagogische Haltung und „Pädagogik des Sicheren Ortes“ (18 UE)

2. Modul | Bedeutung der Übertragung/Gegenübertragung und frühe Bindungserfahrungen und Traumata

Bedeutung der Übertragung/Gegenübertragung in der pädagogischen Arbeit und frühe Bindungserfahrungen und Traumata (18 UE)

3. Modul | Bewältigungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag; Wiederherstellung sozialer Teilhabe; Psychohygiene

Bewältigungsmöglichkeiten im pädagogischen Alltag; Stabilisierung und Möglichkeiten der Wiederherstellung sozialer Teilhabe; Psychohygiene der PädagogInnen (18 UE)

4. Modul | Pädagogisches Verständnis von Traumafolgesymptomen

Pädagogisches Verständnis von Traumafolgesymptomen und sensible Interventionen im Alltag; Bedeutung von Vernetzung in der Traumapädagogik (18 UE)

Supervision I | Teilnehmende stellen eigene Fälle vor

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, einen Fall aus ihrem Arbeitsalltag vorzustellen. Einzelner Supervisionstag (9 UE)

Supervision II | Teilnehmende stellen eigene Fälle vor

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, einen Fall aus ihrem Arbeitsalltag vorzustellen. Einzelner Supervisionstag (9 UE)

Abschlussarbeit | Eine Falldokumentation

Die Teilnehmenden dokumentieren einen Fall aus der Praxis selbständig. (14 UE)

Gesamt (140 UE – enthalten sind die beiden Traumapädagogik-Seminare bei Natascha Unfried vom 8. Oktober 2016 und 10./11. Februar 2017): 108 UE Lehre mit DozentInnen; 18 UE Supervision mit DozentInnen; 14 UE eigenständige Beobachtung und Dokumentation eines Fallbeispiels.
Zertifizierungsmöglichkeit durch das Deutsche Institut für Psychotraumatologie DIPT e.V.

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