Beseelt sein, begeistert leben – Transformation und Transzendenz als Themen in der Biografiearbeit

Herta Schindler

Beseelt sein, begeistert leben – Transformation und Transzendenz als Themen in der Biografiearbeit
3-tägiges Seminar mit Herta Schindler (Kassel) und Katrin Schindler-Weimer (Schaafheim/Frankfurt)
28.-30. September 2017

Vom Leben gibt es, so lange wir leben, keine Pause. Beginnen, da sein und beenden; empfangen, entwickeln und loslassen; sich verbinden, hinzufügen und sich zurücknehmen sind grundlegende Gestaltungskräfte jeder Biografie. Diese Dynamik zeigt sich in Biografien einerseits in den kleinen und großen, allgemein menschlichen Transformationsprozessen wie Atmung, Alterung und andererseits als eigenwillige, also biografie-spezifische Herausforderungen durch Lebensthemen.

Unser Ich-Bewusstsein befindet sich in einem beständigen Ein- und Austreten. Während wir schlafen, sind wir uns unserer Existenz nicht bewusst; sobald wir wach werden, dringen wir uns selbst wieder ins Bewusstsein. Im Lebenslauf erleben wir die großen Transformationsprozesse von Geburt und Tod als erinnerbare Ich-Erfahrungen in den sogenannten kleinen Geburten und Toden, den Lebensübergängen. Alle Abschieds- und Ankunftsthemen in der Biografie sind Verwandlungsprozesse. Sie fordern uns heraus und lassen es nicht zu, dass unsere Fragen an das Leben versiegen. Nach Sinn und Be-Deutung von Ereignissen wird gerade auch in der Biografiearbeit gesucht.

Transzendenzerfahrungen als spirituelle Erfahrungen der Ichvergessenheit sind sehr unterschiedlich getönt und von kultureller und religiöser Zugehörigkeit, Alter usw. geprägt.  In der Biografiearbeit gilt es, nicht einen Glaubens- oder Denkansatz zu favorisieren, sondern Grenz- und Überschreitungserfahrungen zum Thema zu machen. In diesen unbedingten ‚Tor-Erfahrungen‘ des Geboren-Werdens und des Vergehen-Müssens des (eigenen) Lebens liegt die Fähigkeit zur Transzendenz begründet, dem Überschreiten der Grenze von Erfahrung und Ich-Bewusstsein. Es sind Erlebnisse der Seele angesprochen, die sich der Äußerung und der Mitteilung an andere leicht entziehen. Die innigsten Erfahrungen werden in der Regel am wenigsten verbalisiert.

Es gilt, Formen zu finden und anzubieten, in denen körperliche, geistige und seelische Grenzerfahrungen mitgeteilt werden können. Eine geeignete Form, um der Profanisierung solcher Erfahrungen in der Biografiearbeit entgegenzuwirken, stellen poetische, bildhafte Verfahren dar. In ihnen tritt das Ich als Sprechendes zurück, die Grenze zwischen Innen und Außen, Subjekt und Objekt lockert sich – transpersonale Erfahrungen können ausgedrückt werden.

Seminar-Inhalte: Geburt und Sterben sind die beiden großen Tore, durch die wir gehen (werden) und die sich zugleich unserem bewussten Erinnern entziehen. Beginn und Ende, Empfangen und Verlieren stellen auch im Lebenslauf wesentliche Markierungen dar. Sie führen zu Transformationsprozessen und zu Wertefragen, auf die gerade auch in der Biografiearbeit nach Antworten gesucht wird. Anleitungen von: Suchbewegungen, Erkundungen, Zukunftsräumen und die Arbeit mit inneren Bildern.

Referentin: Herta Schindler (Kassel)
Co-Referentin: Katrin Schindler-Weimer (Schaafheim/Frankfurt)

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an Interessierte aus psychotherapeutischen, psychosozialen und heilkundlichen Arbeitsbereichen, die in ihrer Arbeit mit Lebensgeschichten von Menschen beschäftigt sind. Es richtet sich auch an jene, die sich mit ihrer eigenen Biografie oder Familiengeschichte auseinandersetzen wollen.

Ort: Fabrik Chasalla, Sickingenstraße 10b, 34117 Kassel

Kosten: 330 Euro

Anmeldung zum Seminar „Begeistert leben – Transformation und Transzendenz als Themen in der Biografiearbeit“

Das Seminar ist auch Teil der Weiterbildung „Biografiearbeit unter systemischer Perspektive“.

Katrin Schindler-Weimer